Digitalisierung, Schnittstellen und KI: Deumess Fachkongress zeigt neue Rolle des Messdienstes

Über 350 Fachbesucher diskutierten die Zukunft des Messwesens. Wachsende Teilnehmerzahl unterstreicht Dynamik der Branche

Rudolstadt/Berlin, 13.05.2026. Am 5. und 6. Mai 2026 fand in Würzburg der 12. DEUMESS-Fachkongress statt. Annähernd 300 Teilnehmer vor Ort sowie rund 70 digitale Besucher nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Entwicklungen rund um Energiedaten in Gebäuden auszutauschen. Begleitet wurde der Kongress von einer ausgebuchten Fachausstellung mit 20 Unternehmen. Sowohl bei den Teilnehmerzahlen als auch bei den Ausstellern verzeichnete der Fachkongress damit an der neuen Eventlocation im Würzburger Congress Centrum ein merkliches Wachstum.

Vernetzung und intelligente Daten: Eine Branche im Wandel

Im Mittelpunkt des diesjährigen Fachkongresses stand die Frage, wie sich das Messwesen im Zuge von Digitalisierung, neuer technologischer Möglichkeiten und stetiger Erweiterung des Aufgabenfeldes weiterentwickelt. Deutlich wurde dabei: Die Branche befindet sich mitten in einem grundlegenden Wandel – vom klassischen Messdienst hin zu einem zentralen Datenmanager für Energiesysteme in Wohn- und Gewerbeimmobilien.

„Wir erleben aktuell eine Phase, in der sich unser Geschäft grundlegend verändert“, betonte DEUMESS-Vorstand Hartmut Michels. „Messdienst bedeutet heute weit mehr als die Erfassung von Verbräuchen. Es geht darum, Daten intelligent zu verarbeiten, Systeme zu vernetzen und daraus konkrete Mehrwerte für Gebäude, Eigentümer und Nutzer zu schaffen.“

Software, KI und Plattformen werden zum strategischen Rückgrat

Ein zentrales Thema des Kongresses war die wachsende Bedeutung von Software und Künstlicher Intelligenz. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass digitale Plattformen und KI-Anwendungen künftig eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Messdienstleistern spielen werden. Dabei geht es nicht nur um Effizienzgewinne in bestehenden Prozessen. Vielmehr verändern neue Technologien grundlegend, wie Daten genutzt, Entscheidungen getroffen und Dienstleistungen erbracht werden können. Automatisierung, intelligente Assistenzsysteme und perspektivisch auch weitestgehend eigenständig agierende KI-Agenten eröffnen neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Auch analoge Schnittstellen werden zum Erfolgsfaktor

Neben der digitalen Vernetzung der Gebäudetechnik gewinnt auch die klassische Vernetzung der relevanten Akteure und Gewerke immer mehr an Bedeutung. Die zunehmende Verzahnung von Wärme, Strom und Wasser sowie die steigende Komplexität der Anlagentechnik erfordern mehr Abstimmung, auch im Feld. In diese Bresche sprang auch Daniel Föst, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), in seinem Vortrag. Für ihn verschiebt sich der Blick von einzelnen Komponenten hin zum Gesamtsystem Gebäude und vom reinen Einbau zum Betrieb der Technik. Eine gute Abstimmung zwischen Messdiensten und dem Heizungsbau sei darum unabdingbar.

Neue Themenfelder erweitern das Messwesen

Neben der ureigenen Abrechnung von Wärme sowie Strom rückte ein weiteres Anwendungsfeld in den Fokus: die zunehmende Bedeutung der Ressource Wasser für die Immobilienwirtschaft. Sofia Lettenbichler, Geschäftsführerin von WE Data Europe, zeigte in ihrem Vortrag, wie digitale Mess- und Auswertungsansätze einen wichtigen Beitrag leisten, um durch mehr Transparenz Wasserverbräuche zu reduzieren und zudem Wasserschäden zu vermeiden. Vorträge zur Abrechnung multivalenter Anlagen und zur Entwicklung des regulativen Rahmens machen zudem deutlich, dass steigende regulatorische Anforderungen und technische Komplexität die Branche weiter fordern werden. Fest steht jedoch auch: Wer sich als Messdienst professionell aufstellt, für den bieten die steigenden Anforderungen rund um das Energiesystem von Gebäuden echte Chancen.

Branche stellt sich strategisch neu auf

Der Fachkongress machte insgesamt deutlich, dass sich das Messwesen strategisch neu positioniert. Daten werden zunehmend zum zentralen Rohstoff, Software zur entscheidenden Infrastruktur und Kooperationen zur Voraussetzung für erfolgreiche Geschäftsmodelle. „Die Dynamik in unserer Branche ist deutlich spürbar“, so Hartmut Michels. „Wer die richtigen Schnittstellen schafft, sich stetig weiterentwickelt und offen für neue Partnerschaften ist, wird von dieser Entwicklung profitieren.“

Ausblick: Vernetzung der Branche wird weiter vorangetrieben

Mit dem Abschluss des 12. DEUMESS Fachkongresses richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Veranstaltungen im Jahr 2027. Mit der am 13. und 14. Oktober 2027 stattfindenden HEIKOM sowie dem 13. DEUMESS Fachkongress am 11. und 12. Mai 2027 wird der Austausch innerhalb der Branche weiter intensiviert. Beide Formate bieten erneut Plattformen, um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen, neue Technologien zu diskutieren und die Vernetzung der Akteure voranzutreiben.